Fluoride

Fluorid kommt in der Natur fast überall vor, hauptsächlich in Mineralien wie dem  Flussspat. In geringen Mengen findet man es aber auch im Wasser und in der  Luft. Deshalb ist es in allen pflanzlichen und tierischen Geweben enthalten.

Für den Menschen ist Fluorid ein lebenswichtiges Spurenelement. Er braucht es insbesondere für die Bildung von Knochen und Zähnen. Aber auch wenn die Bildung der Zähne abgeschlossen ist, erfüllt Fluorid für sie einen wichtigen Zweck.

Schutz vor Karies

Fluorid bietet Schutz vor Karies, indem es den Zahn (Schmelz und Dentin) säureresistenter macht. Karies ist die Folge der Einwirkung organischer Säuren, vor allem von Milchsäure. Diese wird in Zahnbelägen (Plaque) aus Zucker gebildet, der den dort vorkommenden Bakterien (vor allem Mutans Streptokokken) als Nahrung dient. Grundsätzlich könnte man Karies also verhindern, indem man entweder überhaupt keinen Zucker zu sich nimmt oder aber regelmäßig perfekte  Plaqueentfernung im Rahmen der Mundhygiene betreibt. Beides hat sich in der Vergangenheit als unrealistisch erwiesen. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker liegt in Deutschland seit vielen Jahren unverändert hoch bei ca. 35 kg und die Mundhygiene der Deutschen ist nach den neuesten bevölkerungsrepräsentativen Untersuchungen deutlich verbesserungsbedürftig. Da also die Vorbeugung der Karies durch Bekämpfung der eigentlichen Ursachen, nämlich Plaque und Zucker, zwar theoretisch möglich, in der Praxis aber so gut wie nicht realisierbar ist, ist der bevölkerungsweite Einsatz von Fluoriden unverzichtbar, wenn man die Karies eindämmen möchte.

Die Anwendungsmöglichkeiten des Fluorids

Das Fluorid kann dem Zahn auf unterschiedliche Weise zugeführt werden, so durch fluoridiertes Speisesalz, aber auch durch Zahnpasten, Gelees oder Spüllösungen. Wie wirksam diese Maßnahmen in der Vorbeugung der Karies sind, zeigen Hunderte
wissenschaftlicher Untersuchungen.

Die regelmäßige und ausschließliche Verwendung von fluoridiertem Speisesalz kann zum Beispiel die Karies um die Hälfte zurückdrängen. Ähnliches gilt für die Verwendung von Fluorid-Zahnpasten und Fluorid-Gelees. Als besonders wirksam haben sich dabei die Aminfluoride erwiesen, da sie über oberflächenaktive Eigenschaften verfügen. Dadurch kann das Fluorid die Zahnoberfläche sehr gut benetzen und eine stabile Schicht bilden, die einen lang anhaltenden Schutz gewährt.

Kariesbeseitigung

Fluorid kann Karies nicht nur vorbeugen, es kann sie in Ihrem Anfangsstadium sogar beseitigen. Das erste sichtbare Stadium einer Karies ist der so genannte Kreidefleck, der anzeigt, dass die Zahnoberfläche bereits in einem bedeutenden Umfang durch  bakterielle Säuren entmineralisiert wurde. Wird dieser Entwicklung nicht umgehend Einhalt geboten, so entsteht ein Kariesloch, das nur mit einer Füllung „repariert" werden kann. Der Kreidefleck ist jedoch noch heilbar, er kann bei Anwendung von Fluorid remineralisiert werden. Auch hier hat sich die überlegene Wirksamkeit der Aminfluoride gezeigt, die zu einer besonders intensiven Remineralisation führen. Untersuchungen ergaben, dass das Risiko „Kreidefleck" bei Kindern weit verbreitet ist. 9-jährige Kinder hatten im Durchschnitt 5 Kreideflecken. Bei 12-jährigen waren
es bereits 13.

Erkennung von Kreideflecken

Wenn ein Kreidefleck im gut sichtbaren Bereich liegt, kann er oft auch vom zahnmedizinischen Laien erkannt werden. Allerdings befinden sich die meisten dieser beginnenden Zahnschäden in schwer einsehbaren Regionen des Gebisses und können nur vom Zahnarzt diagnostiziert werden. Da sich Kreideflecken insbesondere bei Kindern sehr schnell entwickeln können, ist es wichtig, den Zahnarzt in halbjährlichen Abständen aufzusuchen. Er kann so rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten und z. B. hoch konzentriertes Fluoridgelee für die wöchentliche Anwendung verordnen.

Siehe auch:
Lexikon - Kariesinfiltration
Lexikon - Mundhygiene
Lexikon - Prophylaxe
Lexikon - Zahnreinigung

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